hintergrundkarte

 

1000 Jahre Frauengeschichte – 100 Jahre Frauenwahlrecht

Landesfrauenrat präsentiert Ausstellung im Niedersächsischen Landtag

Vom 16.11. bis 06.12.2018 präsentiert der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. seine Ausstellung zur Frauengeschichte und Frauenkultur in einem Zeitraum von über 1000 Jahren. In der Ausstellung „frauenORTE Niedersachsen über 1000 Jahre Frauengeschichte" werden 35 historische Frauenpersönlichkeiten vorgestellt, die in der Initiative frauenORTE Niedersachsen seit 2008 gewürdigt werden. Die vom Sozialministerium geförderte Ausstellung zeigt, wie sich die zeitgenössische Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft entwickelt hat und stellt den aktuellen Bezug her. Sie erzählt von den Leistungen der Frauen, die sie auf politischem, kulturellem, sozialem, wirtschaftlichen und/oder wissenschaftlichem Gebiet vollbracht haben.

Unter dem Motto „Wir haben die Wahl!“ werden erstmals auch vier Thementafeln gezeigt, die sich dem Kampf um das Frauenwahlrecht und dem Aufbruch der Frauen in die Politik bis hin zur politischen Partizipation von Frauen heute widmen.

Der zeitliche und thematische Bogen spannt sich von der Kanonisse Roswitha von Gandersheim im 10. Jahrhundert bis zu Cilli-Maria Kroneck-Salis, Mitbegründerin des Osnabrücker Frauenhauses in den 1970er Jahren. Anita Augspurg, eine der einflussreichsten Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht wird ebenso vorgestellt wie Theanolte Bähnisch und Hertha Peters, die als erste Regierungspräsidentin und erste Landrätin in Niedersachsen gewirkt haben. All diese Frauen haben oft viel riskiert, Hervorragendes geleistet und sind deshalb auch heute noch Vorbilder.

In der Portikushalle des Niedersächsischen Landtages ist die Ausstellung montags bis freitags von 09:00 bis 18:00 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich.

 

Termine für Führungen durch die Ausstellung (Dauer ca. 20 Minuten):

Di. 20.11.2018, 16:00 – 18:00 Uhr

Di. 04.12.2018, 11:00 – 13:00 Uhr

Anmeldung unter: mail@landesfrauenrat-nds.de, Tel. 0511 32 10 31

38. frauenORT für Minna Faßhauer

Erste Ministerin in Deutschland, Volkskommissarin für Volksbildung, Widerstandskämpferin 

Passend zum 143. Geburtstag von Minna Faßhauer fand am 10. Oktober 2018 im Gewerkschaftshaus des DGB-Region SüdOstNiedersachsen die Auftaktveranstaltung für den frauenORT Minna Faßhauer statt. Hiermit wird in Braunschweig ein zweiter von insgesamt 38 Standorten der Initiative frauenORTE Niedersachsen eröffnet. In Kooperation mit dem DGB Frauenausschuss würdigt der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. damit das Leben und Wirken der Volkskommissarin für Volksbildung Minna Faßhauer (1875-1949), die als erste Frau in Deutschland ein Ministeramt innehatte.

Fasshauer 10.10.2018

v.l.n.r.: Mechthild Schramme-Haack, Dr. Christa Karras, Marion Övermöhle-Mühlbach/alle LFRN, Heide Janicki/Arbeitskreis Minna Faßhauer,Dr. Carola Reimann/Nds. Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Marion Lenz/Gleichstellungsbeauftragte Stadt Braunschweig, Micheal Kleber/ Geschäftsführer DGB SüdOstNiedersachsen und Eva Voges/Enkeltochter von Minna Faßhauer

Minna Fasshauer setzte sich aktiv für das Frauenwahlrecht ein, war Mitglied der Kinderschutzkommission und organisierte Bildungs- und Erholungsmaßnahmen für Kinder. Im November 1918 ernannte sie der Braunschweiger Arbeiter- und Soldatenrat zur Volkskommissarin für Volksbildung und damit zur ersten und einzigen Ministerin der jungen Republik. Sie schaffte die kirchliche Schulaufsicht ab, hob die Geschlechtertrennung an den Schulen auf und setzte die Religionsmündigkeit auf 14 Jahre herab. Die Haft im Frauen-KZ Moringen änderte nichts an ihrer politischen Einstellung: Sie blieb auch nach 1945 als KPD-Mitglied frauenpolitisch aktiv – und starb 1949 kurz nach einer Frauenveranstaltung.

„Ihre Biografie öffnet den Blick auf eine Zeit des Umbruchs. Vom Ende des Kaiserreiches und der Einführung des Frauenwahlrechts in der Weimarer Republik, in der die Sozialdemokratin und spätere Kommunistin politisch aktiv war“, so Marion Övermöhle-Mühlbach, Vorsitzende des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V., die sich freut, dass Braunschweig die erste Stadt mit zwei frauenORTE Standorten sein wird. Seit 2010 gehört der frauenORT Ricarda Huch zu der landesweiten Initiative.

v.l.n.r.: Marion Övermöhle-Mühlbach/LFRN, Michael Kleber, Lisa Simon, Heide Janicki/ alle DGB, Marion Lenz/Gleichstellungsbeauftragte Stadt Braunschweig und Heidi Linder /LFRN - Foto: DGB SüdOstNiedersachsen

Grußwort von Dr. Carola Reimann, Nds. Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung als Download

Grußwort von Marion Övermöhle-Mühlbach / Vorsitzende des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V. als Download

Grußwort von Marion Lenz / Gleichstellungsbeauftragte Stadt Braunschweig als Download

Laudatio von Heid Janicki als Download

Der NDR berichtete in den 18:00 Uhr Nachrichten über die Veranstaltung. Und am 16.10.2018 wird auch im Radio auf NDR 1 im Kulturspiegel, ab 19:05 Uhr ein Beitrag zu hören sein.

M.F. Produkte

Postkarten, Tassen und vieles mehr aus der Produktpalette "Minna Faßhauer".


 

Neues von der Initiative frauenORTE-Niedersachsen

Die 6. Auflage der Broschüre „Auf den Spuren bedeutender Frauen“ ist ab sofort beim Landesfrauenrat Niedersachsen erhältlich. Präsentiert werden 35 historische Frauenpersönlichkeiten. Neu hinzugekommen sind Informationen zu den frauenORTEN in Lüneburg, Diepholz, Mariensee, Bevern und Osnabrück. Download

          

Auch der gleichnamige Faltplan ist in überarbeiteter Fassung erhältlich. Neben Hinweisen zu den frauenORTE-Stadtrundgängen, werden auch Empfehlungen zu weiteren touristischen Angeboten an den 35 frauenORTE Standorten in Niedersachsen gegeben. Download

Bestellungen unter: mail@landesfrauenrat-nds.de

 

37. frauenORT für Ruth Müller

Fabrikarbeiterin, Gewerkschafterin und Betriebsrätin wird in Delmenhorst gewürdigt

 Am Freitag, den 21. September 2018 wurde im Nordwestdeutschen Museum für IndustrieKultur der frauenORT Ruth Müller feierlich eröffnet. Hiermit reiht sich Delmenhorst ein in die Reihe der bisher 36 Städte und Gemeinden, in denen seit 2008 die Spurensuche nach bemerkenswerten Frauen in der niedersächsischen Geschichte bereits erfolgreich war.

In Kooperation mit dem Nordwestdeutschen Museum für IndustrieKultur und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Delmenhorst würdigt der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. damit das Leben und Wirken der Fabrikarbeiterin, Gewerkschafterin und Betriebsrätin Ruth Müller (1922-2008), die über mehr als 20 Jahre bei der Nordwolle in Delmenhorst beschäftigt war. 

v.l.n.r.: Mechthild Schramme-Haack / LFRN, Astrid Grotelüschen / MdB, Dr. Stephanie Abke /  EWE STiftung,  Petra Borrmann / Gleichstellungsbeauftragte Stadt Delmenhorst, Karin Logemann / Oldenburgische Landschaft, Gerda Hartmann, Maike Tönjes / wissenschaftliche Projektmitarbeiterinnen, Etta Bengen / Sozialwissenschaftlerin, Dr. Carsten Jöhnk / Museumsleiter

Selbst- und klassenbewusst, so setzte sich Ruth Müller für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Kolleginnen ein. Sie musste miterleben wie die Industriearbeit von Frauen als sogen. Leichtlohngruppe herabgesetzt wurde und gerade die Textilarbeiterinnen zu den ersten gehörten, deren Arbeitsplätze zu hunderttausenden ausgelagert wurden. Dennoch blieb der Kampf für eine gerechtere Lebens- und Arbeitswelt gerade für Frauen für die Vollzeit erwerbstätige Frau und Mutter zentrales Anliegen. Das spiegelte Ruth Müller auch noch als Rentnerin und beliebte Führerin des Industriemuseums in Delmenhorst - ihrer ehemaligen Arbeitsstätte -wider.

Kooperationspartner*innen der Initiative frauenORTE Niedersachsen begrüßen die "neuen" Netzwerkpartner*innen, v.l.n.r.: Elisabeth Kühling, Elke Roskosch-Buntemeyer, Brigitte Borchers, Gabriele Beckmann, Mechthild Schramme-Haack, Petra Borrmann, Dr. Carsten Jöhnk

„Ihr Kampf für die Sache der Frauen begann in einer Zeit, als das den Frauen zugewiesene Aufgabenfeld der Mutter und Hausfrau wieder einen höheren Wert als die Erwerbsarbeit von Frauen hatte. Ruth Müller und alle Arbeiterinnen dieser Zeit mussten den Spagat zwischen Erwerbsarbeit, Haushalt und Familie bewältigen, oftmals sozial und auch rechtlich diskriminiert“, so Mechthild Schramme-Haack vom Vorstand des Landesfrauenrates Niedersachsen. 

Grußwort Mechthild Schramme-Haack, Vorstand landesfrauenrat Niedersachsen als Download

 

Informationstafeln zum Leben und Wirken Ruth Müllers im Nordwestdeutschen Museum für Indiustriekultur in Delmenhorst.

Weitere Informationen zum frauenORT Ruth Müller

Fotos: Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. und Heidemarie Eggers

 36. frauenORT für Ingrid Buck 

Volkskundlerin und Landschaftsrätin wird in Aurich gewürdigt

Es ist soweit! Seit dem 08. Juni 2018 hat Aurich einen frauenORT für die bislang erste und einzige Landschaftsrätin der Ostfriesischen Landschaft. Der NDR, Medienpartner der Initiative frauenORTE Niedersachsen war mit dabei und berichtete in Hallo Niedersachsen über die gelungene Auftaktveranstaltung mit vielen Akteur*innen und einem aktiven frauenORTE-Netzwerk.

 

 v.l.n.r.:Ursuala Thümler/Landesfrauenrat Niedersachsen e.V., Elke Kirsten/frauenORT Recha Freier, Okka Fekken/frauenORT Antje Brons, Birgit Ehring-Timm/frauenORT Ingrid Buck, Ehrengast Iris Horn/Tochter von Ingrid Buck, Elke Rohlfs-Jacob/frauenORT Maria von Jever, Tomke Hamer/frauenORT Wilhelmine Siefkes, Hannelore Jürgler/frauenORT Hermine Heusler-Edenhuizen und Stefanie Rennspieß/Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 

Der frauenORT Ingrid Buck ist eine Kooperation des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V. mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Aurich, dem Historischen Museum der Stadt Aurich sowie der Ostfriesischen Landschaft.

„Wir sind überzeugt davon, dass mit diesem geschlechtsspezifischen Ansatz, den das Historische Museum seit 1998 verfolgt, eine gute Grundlage geschaffen wurde aus der heraus auch neue kulturtouristische Angebote zum frauenORT Ingrid Buck entwickelt werden können“, so Ursula Thümler, Vorsitzende des Kuratoriums frauenORTE Niedersachsen bei dem Festakt im Landschaftsforum der Ostfriesischen Landschaft.

Schüler*innen einer Auricher Grundschule hatten gemeinsam mit der Museumsleiterin Brigitte Junge einen Programmteil der frauenORT Stadtführung vorbereitet und informierten die Festgäste über ostfriesische Bräuche.

Weitere Informationen zum frauenORT Ingrid Buck

Fotos: Landesfrauenrat Niedersachsen e.V.

 

Der NDR berichtet

"Verhältnisse treiben, statt sich treiben zu lassen"

Zehn Jahre frauenORTE Niedersachsen

Anlässlich des Jubiläums der Initiative berichtet der NDR Hörfunk über fünf niedersächsische frauenORTE. Die Autorin Andrea Heußinger hat sich in Bad Gandersheim, Hannover, Lüneburg, Norden und Verden auf Spurensuche begeben. Das halbstündige Feature ist eine Kooperation von NDR 1 Niedersachsen und NDR Kultur.
Weitere Informationen zum Nachlesen und Hören unter NDR Kultur 

Verden

10 Jahre frauenORTE Niedersachsen

Festakt im Deutschen Pferdemuseum Verden

Der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. feierte am 13.04.2018 in Kooperation mit dem Landkreis Verden und dem Kreisfrauenrat beim Landkreis Verden das 10-jährige Jubiläum der Initiative frauenORTE Niedersachsen. Als Ehrengäste waren Dr. Carola Reimann, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie Vertreterinnen der frauenORTE-Initiativen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und zahlreichen Standorten der Initiative aus ganz Niedersachsen gekommen. „Mit viel Herzblut, Leidenschaft und Engagement sorgt der Landesfrauenrat dafür, dass Frauen sichtbarer werden. Mit der Initiative frauenORTE Niedersachsen werden Verbindungen zwischen alter und junger Geschichte geschaffen genauso wie Verbindungen zwischen älteren und jüngeren Besuchern“, erklärte die Ministerin, die auch Schirmfrau der Initiative ist.



 Dr. Carola Reimann und Marion Övermöhle-Mühlbach

Peter Bohlmann/Landrat, Brigit Scheibe/Anita Augspurg, Karin Labinsky-Meyer/stellv. Landrätin, Christine Borchers/Gleichstellungsbeauftragte LK Verden, Ursula Thümler/Kuratorium frauenORTE Niedersachsen, Cornelia Könnecker/ehemalige Vors. LFRN, Marion Övermöhle-Mühlbach/Vorsitzende LFRN, Dr. Carola Reimann, Lutz Brockmann/Bürgermeister Stadt Verden

Marion Övermöhle-Mühlbach, Vorsitzende des Landesfrauenrates begrüßte die Gäste mit einem Zitat von Anita Augsprug „Nicht mehr Worte nur, sondern Taten fordert diese Zeit.“ Basierend auf den Erkenntnissen der Frauen- und Geschlechtergeschichte will der Landesfrauenrat seit 2008 Leben und Wirken historischer Frauenpersönlichkeiten sichtbar machen. Nicht nur mit Worten, sondern mit Taten, ganz so wie Anita Augspurg es gefordert hat. Sie ist die erste in der Riege der inzwischen 35 Vorkämpferinnen und Vordenkerinnen, an die die frauenORTE Niedersachsen erinnern. Und es sollen mehr werden. Denn 10 Jahre frauenORTE Niedersachsen präsentieren eine Erfolgsgeschichte, mit der es gelungen ist, die Lücke in der Vermittlung von Frauengeschichte und weiblicher Erinnerungskultur zu schließen.

Dr. Frauke Geyken konzentriert sich in ihrem Festvortrag auf das identitätsstiftende Potential der frauenORTE. „Die Entscheidung, mit den frauenORTEN an die lange marginalisierte Hälfte der Gesellschaft durch die Jahrhunderte zu erinnern, ist nicht hoch genug einzuschätzen“, betont die Historikerin und freie Mitarbeiterin des Archivs der deutschen Frauenbewegung in Kassel.

 Dr. Frauke Geyken

Auf dem Programm der Festveranstaltung standen auch zwei Talkrunden, die von der Journalistin Ita Niehaus moderiert wurden. Frauen der ersten Stunde sowie Vertreterinnen aus dem Fachbeirat frauenORTE Niedersachsen und Kooperationspartnerinnen der frauenORTE zogen Bilanz über die Wirkkraft der Initiative, die das kulturelle Gedächtnis der Frauen stärkt und Vorbilder für nachwachsende Generationen liefert.

Frauenchor SingArt          

                                                 

Brigit Scheibe, als Anita Augspurg

Kultureller Höhepunkt des Festaktes war das neue Theaterstück „Neunzehn Eins Neunzehn Neunzehn“: Anita Augspurg und das Frauenwahlrecht“, ein Monodrama von F. Thomas Gatter, Regie führte Susanne Baum. Mit dabei war der Achimer Frauenchor SingArt, der Kreismusikschule Verden unter Leitung von Regine Jungmann. Die Schauspielerin Brigit Scheibe, die von Karin Christoph musikalisch begleitet wurde nahm die Festgäste mit auf eine Zeitreise ins Jahr 1919.

Am 1. Januar 1919 beteiligten sich Millionen Frauen in Deutschland zum ersten Mal an politischen Wahlen. „Schaut an diesem Tag weit hinaus in die Zukunft“, appellierte Anita Augspurg am Ende des Stückes an die Frauen, sich zu empören, wo immer ihnen eine faire Beteiligung versagt werde. „Engagiert euch für wirkliche politische Gleichberechtigung!“ Eine Forderung, die auch im Jahr 2018 für den Landesfrauenrat und seine über 60 Mitgliedsverbände Programm ist. „Das Ziel der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und ein Parité Gesetz auf Landes- wie Bundesebene, um gleichberechtigte Teilhabe in politischen Ämtern und Gremien durchzusetzen bleibt auch 2018 aktuell“, so die Vorsitzende Marion Övermöhle-Mühlbach.

Weitere Fotos auf der facebook Seite des Landesfraunerates Niedersachsen e.V.

Fotos: Erika Ehlerding

"100 Jahre Frauenwahlrecht" und "Starke Frauen"

frauenORTE Niedersachsen beim Internationalen Fraunentag in Hannover

"100 Jahre Frauenwahlrecht" und "Starke Frauen", diese beiden Themen bestimmten die Aktivitäten des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V. beim Internationalen Frauentag 2018 in Hannover.

Gemeinsam mit den Vertreterinnen der Mitgliedsverbände des Landesfrauenrates Niedersachsen sowie den Kooperationspartnerinnen der Initiative frauenORTE Niedersachsen wurden am Vormittag vor dem hannoverschen Hauptbahnhof die Aktualität der Forderungen und Themen aus der Ersten Deutschen Frauenbewegung sichtbar gemacht werden und mit aktuellen Debatten verknüpft.

Ehrengast der Veranstaltung war die "zeitreisende" Frauenrechtlerin und erste promovierte deutsche Juristin Anita Augspurg. Sie war aus ihrer Heimatstadt Verden angereist, um in einer kämpferischen Wahlrechtsrede die politische Partizipation von Frauen zu fordern. Anita Augspurg ist Mitbegründerin des ersten Deutschen Vereins für das Frauenstimmrecht (1902).

    

Marion Övermöhle-Mühlbach/Vorsitzende des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V. um Gespräch mit Anita Augspurg/Schauspielerin Birgit Scheibe, Fotos: Antonia Jacobsen

SAT 1 sowie der NDR berichteten in ihren Regional Nachrichten über die Veranstaltung. Hier die Pressemeldung des LFRN

Beim Empfang "Starke Frauen", zu dem die Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta eingeladen hatte, sorgte eine Gruppe historischer Frauenpersönlichkeiten aus der Wanderausstellung "frauenORTE Niedersachsen - Über 100 Jahre Frauengeschichte" für den passenden Rahmen. Als Eroberinnen des politischen Terrains waren Eleonore Prochaska, Anita Augspurg, Elise Bartels und Cato Bontjes van Beek dabei. Begleitet wurden sie von der Pädagogin und Frauenrechtlerin Helene Lange sowie der Dichterin und Kanonisse Roswitha von Gandersheim.

Hier die Pressemeldung aus dem Nds. Landtag

35. Auftaktveranstaltung

Cilli-Maria Kroneck-Salis – Kämpferin für ein Frauenhaus

Eröffnung des 35. frauenORTES Niedersachsen in Osnabrück

 Am Mittwoch, den 14. Februar 2018 wurde im historischen Rathaus Osnabrück der frauenORT Cilli-Maria Kroneck-Salis feierlich eröffnet. Hiermit reiht sich Osnabrück ein in die Reihe der bisher 34 Städte und Gemeinden, in denen seit 2008 die Spurensuche nach bemerkenswerten Frauen in der niedersächsischen Geschichte bereits erfolgreich war. Gewürdigt wird das Leben und Wirken der Mitbegründerin des autonomen Frauenhauses und Frauenflüchtlingshauses in Osnabrück.

Auf dem Foto (v.l.n.r.): Katja Weber-Khan/Gleichstellungsbeauftragte Osnabrück, Dr. Christa Karras/ stellv. Vorsitzende Landesfrauenrat Niedersachsen, Ursula Thümler/Kuratorium frauenORTE Niedersachsen,  Monika Schulte/Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Osnabrück und Irene Wellmann/Gleichstellungsbeauftragte Bad Iburg, Foto: Robert Schäfer / Stadt Osnabrück

Für Cilli-Maria Kroneck-Salis (1923-2010) war Gewalt gegen Frauen ein Thema, das sie bis ins hohe Alter umtrieb. Die Sozialpädagogin engagierte sich seit 1978 im „Verein zum Schutz misshandelter Frauen“. Als Mitbegründerin des Frauenhauses in Osnabrück definierte sie Gewalt gegen Frauen als strukturelle Gewalt einer patriarchalen Gesellschaft. Nach langjährigem Kampf erhielt der Verein 1981 die Trägerschaft für eines der ersten autonomen Frauenhäuser in Niedersachsen. Es ist bis heute Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder. Cilli-Maria Kroneck-Salis war auch Initiatorin des Frauenflüchtlingshaus für geflüchtete bosnische Frauen. In ihrem Bad Iburger Elternhaus – dem heutigen Café Kroneck – informiert eine Erinnerungstafel über ihr Leben.

„Cilli-Maria Kroneck-Salis war eine der treibenden Kräfte bei der Gründung des autonomen Frauenhauses in Osnabrück und später bei der Gründung eines Hauses für geflüchtete bosnische Frauen“, so Dr. Christa Karras, stellvertretende Vorsitzende des Landesfrauenrates Niedersachsen. „Sie verstand ihr Engagement nicht als Hilfe zur Selbsthilfe, weil Frauen gegen ihre Demütigung und Unterdrückung selbst angehen müssen.“

Der frauenORT Cilli-Maria Kroneck-Salis ist eine Kooperation des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V. mit den Gleichstellungsbeauftragten der Städte Osnabrück und Bad Iburg sowie des Landkreises Osnabrück.